Der AI Act kommt später als die KI

Europa verschiebt zentrale Pflichten für Hochrisikosysteme bis 2027 und 2028

Die wichtigsten Vorschriften des europäischen AI Act sollten ab August 2026 gelten. Dazu gehören Risikomanagement, Daten Governance, menschliche Aufsicht und Transparenzpflichten für generative und synthetische Inhalte.

Mit dem politisch vereinbarten „Digital Omnibus on AI“ wird der Zeitplan nun deutlich gestreckt. Die Pflichten für eigenständige Hochrisikosysteme sollen erst ab Dezember 2027 gelten. Für KI, die in Produkte eingebettet ist, ist eine Verschiebung bis August 2028 vorgesehen.

Europa wollte mit dem AI Act den weltweiten Massstab setzen. Nun wird das Gesetz entschärft, bevor seine zentralen Regeln überhaupt wirksam werden. Waren die ursprünglichen Fristen technisch unrealistisch oder war der Druck der Industrie politisch erfolgreicher als die Sorge um die Risiken? Auch Schweizer Unternehmen müssen neu beurteilen, ob der viel zitierte europäische De facto Standard tatsächlich so verbindlich und zeitnah kommt, wie bislang behauptet wurde. / Quelle: Europäische Kommission

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