Kollumnen

Die Open-Source-Illusion

Den Code besitzen heisst nicht: ihn beherrschen. Eine Behörde kann Open-Source-Software einsetzen und trotzdem abhängig sein. Von Entwicklern. Von Cloud-Betreibern. Von Dienstleistern. Das ist die Regel, nicht die Ausnahme.

Der AI Act bekommt Zähne – und die Schweiz gerät unter Zugzwang

Ab dem 2. August 2026 beginnt die Europäische Kommission mit der Durchsetzung zentraler Bestimmungen des AI Act. Gleichzeitig entsteht eine Aufsicht für jene KI-Modelle, deren Risiken nicht mehr an Unternehmens- oder Landesgrenzen enden. Für die Schweiz ist das kein fernes Brüsseler Schauspiel. Sie nutzt dieselben Modelle, arbeitet mit denselben Anbietern und ist denselben systemischen Risiken ausgesetzt

Der CISO nach der KI

Warum Informationssicherheit im Zeitalter der künstlichen Intelligenz nicht mehr an der Firewall beginnt

Das unlesbare Herz und der gläserne Code

Eine rechtsphilosophische Kolumne: Wir misstrauen der künstlichen Intelligenz, weil wir ihre Entscheidungen nicht verstehen – und übersehen dabei, dass auch das menschliche Urteil aus...

Zehn Jahre später, dieselben fünf Baustellen – was der neue EFK-Synthesebericht wirklich sagt

Der Bericht ist unbequem, aber wertvoll – gerade weil er über zehn Jahre hinweg vergleicht. Die eigentliche Botschaft ist nicht, dass Projekte Fehler machen. Sondern dass Organisationen es sich leisten, aus denselben Fehlern nicht zu lernen. Wer Business Analyse, Projektsteuerung oder Governance verantwortet, sollte die Top 5 dieses Berichts als Checkliste neben das eigene Portfolio legen. Die Frage ist nicht, ob diese Muster auch bei uns vorkommen. Die Frage ist, ob wir sie messen.

Die neuen Apostel der digitalen Heilslehre

Rund um Digitalisierung und KI ist in den letzten Jahren eine inflationäre, ja beinahe banale Bildungs- und politische Industrie entstanden.

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Die Open-Source-Illusion

Den Code besitzen heisst nicht: ihn beherrschen. Eine Behörde kann Open-Source-Software einsetzen und trotzdem abhängig sein. Von Entwicklern. Von Cloud-Betreibern. Von Dienstleistern. Das ist die Regel, nicht die Ausnahme.

Ein Wort wandert aus

Wie Souveränität, Neutralität und Vertrauen in die Technik einwandern und dabei ihre Geschichte verlieren. Das digitale Zeitalter erfindet pausenlos neue Maschinen, aber kaum neue Wörter für das, was diese Maschinen dem Gemeinwesen antun. Also leiht es sich alte.

Souverän, aber verwundbar

Der klassische Souveränitätsbegriff denkt vertikal: oben und unten, innen und aussen, eine Grenze um ein politisches Ganzes. Digitale Infrastrukturen verteilen Handlungsmacht dagegen über Abhängigkeiten, Protokolle und Betreiber. Wer das alte Wort ins Netz trägt, muss deshalb zeigen, worauf es dort noch verweist. Der Angriff auf die Server des Bundes zeigt, was von staatlicher Selbstbestimmung übrig bleibt, wenn sie sich im Betrieb bewähren muss und nicht nur im Strategiepapier.

Wenn KI das Richtige falsch tut

Anthropics Stresstests zeigen, wie autonome Modelle zwischen blindem Gehorsam, moralischer Eigenmacht und manipulierter Selbstkontrolle scheitern.

Der Bias vor der Maschine

Künstliche Intelligenz erfindet unsere Voreingenommenheit nicht. Sie übernimmt die Auswahl, Auslassungen und Machtverhältnisse menschlicher Wissensordnungen, verdichtet sie zu Wahrscheinlichkeiten und überführt sie in technische Verfahren. So wird aus dem oft flüchtigen Vorurteil eine skalierbare Infrastruktur: messbar, reproduzierbar und institutionell wirksam.