Essays

Souverän, aber verwundbar

Der klassische Souveränitätsbegriff denkt vertikal: oben und unten, innen und aussen, eine Grenze um ein politisches Ganzes. Digitale Infrastrukturen verteilen Handlungsmacht dagegen über Abhängigkeiten, Protokolle und Betreiber. Wer das alte Wort ins Netz trägt, muss deshalb zeigen, worauf es dort noch verweist. Der Angriff auf die Server des Bundes zeigt, was von staatlicher Selbstbestimmung übrig bleibt, wenn sie sich im Betrieb bewähren muss und nicht nur im Strategiepapier.

Der Bias vor der Maschine

Künstliche Intelligenz erfindet unsere Voreingenommenheit nicht. Sie übernimmt die Auswahl, Auslassungen und Machtverhältnisse menschlicher Wissensordnungen, verdichtet sie zu Wahrscheinlichkeiten und überführt sie in technische Verfahren. So wird aus dem oft flüchtigen Vorurteil eine skalierbare Infrastruktur: messbar, reproduzierbar und institutionell wirksam.

Der offene Code und die verschlossene Verwaltung

Die Schweiz öffnet ihre Software und spricht von digitaler Souveränität. Doch Quellcode allein schafft noch keine Unabhängigkeit. Wer ein System rechtlich nutzen darf, es aber technisch nicht beherrscht, besitzt lediglich den Schlüssel zu einem Haus, das er nicht kennt.

Die Kette hinter der Cloud

Die Schweiz debattiert über souveräne Clouds und den Zugriff ausländischer Staaten. Während der Blick nach oben zu den Hyperscalern geht, reisst die eigentliche Sicherheitskette weiter unten: bei Treuhändern, Stiftungen und Bildungsinstitutionen, die sensible Behördendaten verwalten. Digitale Souveränität beginnt nicht in der Cloud, sondern beim schwächsten Glied darunter.. Ein Essay von re-digitalis.ch.

Das Gestell der Gerechtigkeit

Künstliche Intelligenz verspricht, die Strafjustiz schneller, präziser und objektiver zu machen. Doch wenn Algorithmen Beweise ordnen, Beziehungen sichtbar machen und menschliche Urteile vorbereiten, verändert sich mehr als nur ein Arbeitsprozess:

Wem gehört das Betriebssystem des Schweizer Rechtsstaats?

Die stillen Übernahmen: Ein Essay über Kapital, Code und die Frage, wem die Maschinen der Justiz gehören / Opinio personalis.

Die Versicherung weiss, was uns fehlt – darf ihre KI daraus lernen?

Weshalb der Einstieg von Groupe Mutuel in die künstliche Intelligenz mehr als eine technische Modernisierung ist

Die Schweiz in der Cloud-Falle

Die Schweiz diskutiert Digitalisierung als Effizienzfrage — und übersieht dabei, dass Verwaltung, Bildung und Justiz zunehmend auf Infrastruktur laufen, die ihrer eigenen demokratischen Verfügungsgewalt entzogen ist. Ein Essay über Cloud, Plattformmacht und die stille Verschiebung staatlicher Souveränität

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Die Open-Source-Illusion

Den Code besitzen heisst nicht: ihn beherrschen. Eine Behörde kann Open-Source-Software einsetzen und trotzdem abhängig sein. Von Entwicklern. Von Cloud-Betreibern. Von Dienstleistern. Das ist die Regel, nicht die Ausnahme.

Ein Wort wandert aus

Wie Souveränität, Neutralität und Vertrauen in die Technik einwandern und dabei ihre Geschichte verlieren. Das digitale Zeitalter erfindet pausenlos neue Maschinen, aber kaum neue Wörter für das, was diese Maschinen dem Gemeinwesen antun. Also leiht es sich alte.

Souverän, aber verwundbar

Der klassische Souveränitätsbegriff denkt vertikal: oben und unten, innen und aussen, eine Grenze um ein politisches Ganzes. Digitale Infrastrukturen verteilen Handlungsmacht dagegen über Abhängigkeiten, Protokolle und Betreiber. Wer das alte Wort ins Netz trägt, muss deshalb zeigen, worauf es dort noch verweist. Der Angriff auf die Server des Bundes zeigt, was von staatlicher Selbstbestimmung übrig bleibt, wenn sie sich im Betrieb bewähren muss und nicht nur im Strategiepapier.

Wenn KI das Richtige falsch tut

Anthropics Stresstests zeigen, wie autonome Modelle zwischen blindem Gehorsam, moralischer Eigenmacht und manipulierter Selbstkontrolle scheitern.

Der Bias vor der Maschine

Künstliche Intelligenz erfindet unsere Voreingenommenheit nicht. Sie übernimmt die Auswahl, Auslassungen und Machtverhältnisse menschlicher Wissensordnungen, verdichtet sie zu Wahrscheinlichkeiten und überführt sie in technische Verfahren. So wird aus dem oft flüchtigen Vorurteil eine skalierbare Infrastruktur: messbar, reproduzierbar und institutionell wirksam.