Der Staat verliert seine Daten durch die Hintertür

Ein Cyberangriff auf eine Waadtländer Treuhandfirma hat weit mehr getroffen als das Unternehmen selbst. Die Ransomware-Gruppe BravoX veröffentlichte rund 222 Gigabyte Daten mit über 100’000 Dokumenten und Dossiers. Darunter befinden sich sensible Informationen zu Privatpersonen, Unternehmen, mindestens 15 Gemeinden und einem Mitglied des Waadtländer Staatsrats.

Die betroffene Firma zahlte kein Lösegeld. Systeme wurden isoliert, Zugänge gesperrt und Daten aus einem externen Backup wiederhergestellt. Doch die kopierten Informationen bleiben in den Händen der Täter.

Die offene Frage: Behörden lagern Aufgaben aus, nicht aber ihre Verantwortung. Wie sorgfältig prüfen Gemeinden die Cybersicherheit ihrer Treuhänder, Softwareanbieter und übrigen Dienstleister? Outsourcing schafft Effizienz und entlastet kleine Verwaltungen. Es vergrössert jedoch zugleich die Angriffsfläche. Der digitale Staat kann auch dort verwundet werden, wo formal gar kein Staat mehr arbeitet. (Quelle: Inside IT, 23. Juli 2026)

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