Schweizer Unternehmen bewerten ihre ICT-Beschaffungen zunehmend nach vier Formen digitaler Souveränität: Daten, Technologie, Betrieb und Recht. Oberste Priorität besitzt die Kontrolle über die eigenen Daten – einschliesslich eines technisch nachweisbaren Ausschlusses fremder Zugriffe.
Der Standort eines Servers verliert dagegen an symbolischer Kraft. Ein Rechenzentrum in der Schweiz garantiert allein noch keine Kontrolle. Entscheidend werden Verschlüsselung, eigene Schlüssel, überprüfbare Betriebsmodelle und der Schutz vor extraterritorialen Rechtszugriffen.
Die offene Frage: Die neue Aufmerksamkeit ist überfällig. Gleichzeitig droht Souveränität zu einem weiteren Verkaufsversprechen zu werden. Wer prüft, ob die behauptete Unabhängigkeit technisch und rechtlich tatsächlich besteht? Auffällig ist zudem, dass Open Source und die Vermeidung von Vendor-Lock-ins weniger stark gewichtet werden. Man schützt möglicherweise die Daten von heute, während man die technologische Abhängigkeit von morgen bereits unterschreibt. (Quelle: Netzwoche, 19. Juli 2026)
