Wenn die Verwaltung schneller spricht und weniger versteht

KI Übersetzungen beseitigen Sprachbarrieren, können aber die kulturelle Mehrsprachigkeit der Schweiz glätten

Eine Studie des Zentrums für Demokratie Aarau untersucht den Einsatz von KI Übersetzungstools in der Bundesverwaltung. Das Ergebnis ist ambivalent: Die Systeme beschleunigen die Verständigung, senken sprachliche Hürden und erleichtern den administrativen Alltag.

Doch sprachliche Effizienz hat einen Preis. Regionale Nuancen, kulturelle Eigenheiten und unterschiedliche Denkweisen können in maschinell geglätteten Fassungen verschwinden. Die Texte werden einheitlicher, ohne zwingend genauer verstanden zu werden.

Mehrsprachigkeit ist in der Schweiz nicht bloss ein Übersetzungsproblem. Sie ist Teil des föderalen und kulturellen Gleichgewichts. Wer entscheidet künftig, bei welchen Dokumenten eine schnelle Standardübersetzung genügt und wo jede Nuance politisches Gewicht besitzt? Solange dieser Verlust nicht systematisch gemessen wird, bleibt er für Maschinen unsichtbar und für die Verwaltung bequem. /Quelle: DeFacto

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