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res-digitalis ist ein unabhängiger Diskursraum für die Analyse von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und ihren gesellschaftlichen Folgen. Die Plattform verortet sich bewusst zwischen zwei etablierten Polen: der technologiegläubigen Innovationsrhetorik von Wirtschaft und Beratungsindustrie einerseits und der pauschalen Technikfeindlichkeit kulturpessimistischer Kritik andererseits.

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Die Open-Source-Illusion

Den Code besitzen heisst nicht: ihn beherrschen. Eine Behörde kann Open-Source-Software einsetzen und trotzdem abhängig sein. Von Entwicklern. Von Cloud-Betreibern. Von Dienstleistern. Das ist die Regel, nicht die Ausnahme.

Ein Wort wandert aus

Wie Souveränität, Neutralität und Vertrauen in die Technik einwandern und dabei ihre Geschichte verlieren. Das digitale Zeitalter erfindet pausenlos neue Maschinen, aber kaum neue Wörter für das, was diese Maschinen dem Gemeinwesen antun. Also leiht es sich alte.

Souverän, aber verwundbar

Der klassische Souveränitätsbegriff denkt vertikal: oben und unten, innen und aussen, eine Grenze um ein politisches Ganzes. Digitale Infrastrukturen verteilen Handlungsmacht dagegen über Abhängigkeiten, Protokolle und Betreiber. Wer das alte Wort ins Netz trägt, muss deshalb zeigen, worauf es dort noch verweist. Der Angriff auf die Server des Bundes zeigt, was von staatlicher Selbstbestimmung übrig bleibt, wenn sie sich im Betrieb bewähren muss und nicht nur im Strategiepapier.

Wenn KI das Richtige falsch tut

Anthropics Stresstests zeigen, wie autonome Modelle zwischen blindem Gehorsam, moralischer Eigenmacht und manipulierter Selbstkontrolle scheitern.

Der Staat verliert seine Daten durch die Hintertür

Ein Cyberangriff auf eine Waadtländer Treuhandfirma hat weit mehr getroffen als das Unternehmen selbst. Die Ransomware-Gruppe BravoX veröffentlichte rund 222 Gigabyte Daten mit über 100’000 Dokumenten und Dossiers. Darunter befinden sich sensible Informationen zu Privatpersonen, Unternehmen, mindestens 15 Gemeinden und einem Mitglied des Waadtländer Staatsrats.

Das unlesbare Herz und der gläserne Code

Eine rechtsphilosophische Kolumne: Wir misstrauen der künstlichen Intelligenz, weil wir ihre Entscheidungen nicht verstehen – und übersehen dabei, dass auch das menschliche Urteil aus...

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Mission

res digitalis ist eine unabhängige Schweizer Plattform für die Analyse von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und ihren gesellschaftlichen Folgen.

Zehn Jahre später, dieselben fünf Baustellen – was der neue EFK-Synthesebericht wirklich sagt

Der Bericht ist unbequem, aber wertvoll – gerade weil er über zehn Jahre hinweg vergleicht. Die eigentliche Botschaft ist nicht, dass Projekte Fehler machen. Sondern dass Organisationen es sich leisten, aus denselben Fehlern nicht zu lernen. Wer Business Analyse, Projektsteuerung oder Governance verantwortet, sollte die Top 5 dieses Berichts als Checkliste neben das eigene Portfolio legen. Die Frage ist nicht, ob diese Muster auch bei uns vorkommen. Die Frage ist, ob wir sie messen.
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Der Bias vor der Maschine

Künstliche Intelligenz erfindet unsere Voreingenommenheit nicht. Sie übernimmt die Auswahl, Auslassungen und Machtverhältnisse menschlicher Wissensordnungen, verdichtet sie zu Wahrscheinlichkeiten und überführt sie in technische Verfahren. So wird aus dem oft flüchtigen Vorurteil eine skalierbare Infrastruktur: messbar, reproduzierbar und institutionell wirksam.